
„Radioaktive Verwüstung im Paradies – Sardinien und Hawaii“
FILM &TALK ABOUT NUKES
Filmprogramm

„Secret Sardinia (How NATO turned Sardinia into a radioactive nightmare)”
Italy, 2019, Regie: Emma Alberici, Produktion: Journeyman Pictures, Dokumentarfilm English, 30 min.
Sardinien beherbergt zwei völlig unterschiedliche Welten. Auf der einen Seite finden sich die Villen der Superreichen an der Küste. Auf der anderen Seite hingegen liegt hier Europas größtes militärisches Übungsgebiet. Mehr als ein Drittel Sardiniens ist für die einheimische Bevölkerung gesperrt. Das Gebiet wird vom italienischen Militär kontrolliert, das die Insel als Testgelände für Kriegswaffen vermietet. „Kleine Inseln sind verschwunden, ausgelöscht durch Raketen, die von Land, aus der Luft und von See aus abgefeuert wurden“, sagt der ehemalige sardische Präsident Mauro Pili. Sarden, die in der Nähe von Schießplätzen leben, fürchten um ihre Gesundheit; sie erleben einen Anstieg von Krebserkrankungen und die Geburt von Kindern mit Missbildungen. In einem Dorf kam es innerhalb eines Jahres zu dem schockierenden Umstand, dass eines von vier Neugeborenen irgendeine Art von Fehlbildung aufwies. „Meine Schwiegermutter starb an Krebs. Meinem Schwiegervater wurde das Bein amputiert, weil es vom Krebs befallen war. Mein Vater starb. Meine Schwester starb jung an Lungenkrebs“, berichtet der Sarde Giulio Angioni. Auch Nutztiere sind betroffen; sie bringen Junge mit grotesk verformten Gliedmaßen zur Welt. Trotz der Geheimhaltung des Militärs, das die verheerenden gesundheitlichen Auswirkungen der sardischen Testgelände zu vertuschen versuchte, haben offizielle polizeiliche Ermittlungen nun Licht in die Angelegenheit gebracht. „Der ursächliche Zusammenhang zwischen der Strahlenbelastung durch abgereichertes Uran und den aufgetretenen Krankheiten ... wurde gerichtlich bestätigt. Das ist ein Meilenstein“, erklärt Gianpiero Scanu, Leiter eines zweijährigen parlamentarischen Untersuchungsausschusses.
„Pohakuloa: Now that you know, do you care?”
USA/Hawaii, 2013, Regie/Produktion: Dawn Kaniaupio, Ruben Carrillo, Office of Hawaiin Affairs (www.oha.org / www.kamakakoi.com) English, 15 min.
Besucher bezeichnen die Inseln Hawaiis schon lange als Paradies, doch das lebendige Herz der größten Insel wird seit Jahrzehnten vom US-Militär bombardiert. Das rund 54.000 Hektar große Gebiet von Pohakuloa – von dem weite Teile als heilig gelten – liegt im Zentrum der Insel Hawaii, die 200.000 Einwohnern eine Heimat bietet und jährlich von einer Million Menschen besucht wird. Die meisten dürften überrascht sein, wenn sie erfahren, worum es hier eigentlich geht.
Das Truppenübungs- und Waffentestgebiet des US-Militärs liegt in unmittelbarer Nähe zu Vulkanbergen, die als heiliges Land gelten. Friedensaktivisten wie Jim Albertini berichten von Gebieten, die verloren gegangen sind und sich unter anderem durch den Einsatz von abgereichertem Uran in radioaktive, toxische Zonen verwandelt haben – ein Umstand, den das US-Militär zwar eingeräumt hat, dessen volles Ausmaß jedoch weiterhin unklar ist. Nach einem Stopp der Bombardierungen ist es dringend erforderlich, die Schäden zu erfassen und Sanierungsmaßnahmen einzuleiten. Aktivisten und Experten sind sich einig: Das Schlimmste, was wir tun können, ist Nichtstun …
USA/Hawaii, 2025, Regie und Produktion: Lynda Williams, Video- und Musikclip, Englisch, 4 min.
Abgereichertes Uran ist keineswegs „abgereichert“. Das US-Militär, Großbritannien und die NATO setzen es in Kriegen sowie bei Übungen und Tests – etwa auf Hawaii, Sardinien und an anderen Orten ein. Beim Aufprall auf ein Ziel und der damit verbundenen Verbrennung entsteht radioaktiver Staub; zurück bleibt eine vergiftete Umwelt in der Region, die über Generationen hinweg Krankheiten wie Krebs sowie Geburtsfehler bei Mensch und Tier verursacht. Die Halbwertszeit von Uran beträgt 4,5 Milliarden Jahre. Abgereichertes Uran (DU) ist ein Nebenprodukt der Urananreicherung für Kernbrennstoff und Atomwaffen. Weltweit existieren mehr als 1,5 Millionen Tonnen dieses Materials, und die Atomindustrie produziert jährlich weitere 50.000 Tonnen. Da es sich um ein sehr schweres Metall handelt, das Panzerungen durchschlagen kann, wird es für Munition verwendet. Überall dort, wo diese Munition zum Einsatz kommt, hinterlässt sie ein giftiges, tödliches Erbe – mit verheerenden Folgen für Militärangehörige, Zivilisten und Tieren.
Nach den Filmen: Gesprächsrunde mit Prof. Manfred Mohr, Ko-Vorsitzender ICBUW. Dazugeschaltet sind die Umweltjournalistin Stefania Divertito aus Italien und Lynda Williams, Umweltaktivistin und Performance Künstlerin aus Hawaii.
ICBUW und das Internationale Uranium Film Festival planen ein Filmfestival auf Sardinien im kommenden Jahr, 2027, mit dem Fokus auf „Umwelt – Militär – DU“.

Email: uraniofestival@ gmail.com
Email: norbert.suchanek@ uraniumfilmfestival.org
Ambassador of the International
Uranium Film Festival to the USA
Los Angeles
www.nuclearhotseat.com





